Unsere Gäste 2016


Pavel-Giroud_CiF-2016_280x299pxPavel Giroud, geboren 1972 in Havanna, Regisseur und Drehbuchautor, Abschluss an der Hochschule für Design in Havanna, kam über die Videokunst zum Kino. Sein erster abendfüllender Spielfilm La edad de la peseta gewann zahlreiche Preise auf internationalen Festivals, unter anderem in San Francisco, Santa Barbara, Cartagena, Lima, Warschau und Rio de Janeiro und erhielt eine Nominierung für den spanischen Filmpreis „Goya“. Daraufhin wurde Giroud in Pressepublikationen als einer der vielversprechendsten Regisseure des iberoamerikanischen Raums gehandelt. Danach führte er Regie bei der Gangsterkomödie Omertá, die er 2009 persönlich in Frankfurt vorstellte, und drehte gemeinsam mit JuanMa Villar Betancort den Musikdokumentarfilm Playing Lecuona. Mit El acompañante, seinem jüngsten Werk, gewann er Publikumspreise in Toulouse und Miami sowie einen Drehbuchpreis auf dem Festival San Sebastián. Pavel Giroud lebt derzeit in Madrid.


delllanoEduardo del Llano, 1962 in Moskau geboren, gehört wohl zu den talentiertesten Satirikern seiner Generation. Seine literarischen wie auch filmischen Werke zeichnen sich durch reiche Fantasie wie auch ausgesprochen satirischen Humor aus, dafür ist er über Cuba hinaus bekannt. Von 1982 bis 1997 war del Llano Mitglied der Theatergruppe „Nos Y Otros“, von 1990 bis 1995 Dozent für lateinamerikanische Kunstgeschichte an der Universität in Havanna. Ab 1995 widmete er sich der Literatur und dem Filmschaffen. Als Drehbuchautor arbeitete er neben anderen mit den Filmregisseuren Fernando Pérez (La vida es silbar, Madrigal) sowie Daniel Díaz Torres (Alicia en el pueblo de Maravillas, Kleines Tropikana, Hacerse el sueco, Lisanka, La película de Ana). Eigene Produktionen sind unter anderem die Spielfilme Vinci (2011), La verdad acerca del G2 (2012), Casting und Omega 3 (beide 2014). Zur Vorführung seiner neuen Filme Arte und Épica ist er unser Gast.

„Die lange Liste denkwürdiger Drehbücher, die Eduardo del Llano für das kubanische Kino geschrieben hat, bedarf keiner umfangreichen Aufzählung mehr. Seine Saga um Nicanor O’Donnell ist bereits ein Klassiker, der die Erinnerung an die Ängste und Frustrationen unserer jüngsten Geschichte wach hält. Zudem hat er reichlich bewiesen, dass man ohne die Hilfe von Institutionen schreiben und filmen kann.“ (María Lourdes Mariño Fernández in: „Cine Cuban o“, 2013). Del Llano lebt und arbeitet in Havanna.


Mario Guerra

Mario Guerra Ferrera, geboren 1960 in Havanna, ist Film-, Theater- und Fernsehdarsteller und Dozent für Schauspiel an der Kunsthochschule Instituto Superior de Arte ISA. Die Leidenschaft für die Schauspielerei entdeckte er ausgerechnet während seiner Militärzeit im Angolakrieg, wo er der Laienspielschar der Truppe beitrat. Nach seiner Rückkehr nach Cuba arbeitete er in zahlrei- chen Theatergruppen, dann auch im Film für Regisseure wie Jorge Luis Sánchez, Daniel Díaz Torres, Rebecca Chávez, Marilyn Solaya und den Spanier Fernando Trueba. Neben zahlreichen Theater- preisen erhielt er 2010 den Preis „Caricato“ des Künstlerverbands UNEAC für die beste darstellerische Leistung in Ciudad en Rojo von R. Chávez.
In La obra del siglo arbeitete er zum zweiten Mal mit Carlos Machado Quintela zusammen, diesmal in einer Hauptrolle.
Mario Guerra lebt in Havanna.


Emanuel-Giraldo-Betancur

Emanuel Giraldo Betancur, geboren in Medellín, 1989) Absolvent im Fach Dokumentarfilmregie der Internationalen Schule für Film und Fernsehen von San Antonio de los Baños (2015 EICTV, Kuba). Er studierte Philosophie und absolvierte einen Abschluss in Soziologie an der Universidad Centroamericana (2012, UCA, Nicaragua). Er begleitete Trainingsprozesse zur Systematisierung von Erfahrungen (2011, IPADE und Red Local) und assistierte Forschungsprojekte am Institut für Strategische Studien zur Public Policy (2011-2012 IEEPP, Managua). Im Spanischen Kulturzentrum (CCEN) absolvierte er Schulungen zu Kulturmanagement, Kulturpolitik und Audiovisuellen Medien.
2010 nahm er an der Wanderfilmwerkstatt der Casa Comal (Guatemala) teil und führte Regie bei dem Kurzfilm “Persecución, besagter Film erhielt besondere Erwähnung auf dem Ícaro Festival und auf dem Havanna Film Festival in New York. In den letzten drei Jahren hat er sich kurzen Dokumentarfilmen gewidmet. 2015 drehte er einen der Imagefilme des PNUD, um dem Human Development Index ein menschliches Gesicht zu dem zu geben. Gegenwärtig arbeitet er an drei Spielfilmprojekten: “Botella al Mar” (Koproduktion Frankreich-Kolumbien), “Sueños en Kannibalia“ (Kolumbien) und “Casa en Venta” (Kolumbien, Frankreich und Kuba), unterstützt durch das Sundance (USA) und The Guardian (England).

Emanuel Giraldo ist Gewinner des Premio Cortometraje Joven Cine Cubano 2016. Dieser wird ihm durch eine Jury, zusammengesetzt aus hessischen FilmstudentInnen, am 9. Juni überreicht.