Filme 2016

Neue Spielfilme | Dokumentarfilme | Klassiker | Kurzfilmwettbewerb

Eröffnungsfilm

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El acompañante

Regie: Pavel Giroud, Cuba/ Venezuela/Kolumbien/Frankreich 2015, 104 Min., HD, OmeU
mit: Yotuel Romero, Armando Miguel Gómez

Donnerstag | 2. Juni | 19:30 h
In Anwesenheit von Pavel Giroud

Freitag | 3. Juni | 20:30 h
in Anwesenheit von Pavel Giroud

Horacio Romero, der größte Boxer seiner Zeit, wird bei einer Dopingkontrolle als HIV positiv getestet. Er wird in Los Cocos eingewiesen, ein Sanatorium unter militärischer Leitung, das die Patienten einmal wöchentlich mit einer Begleitperson verlassen dürfen. Horacio soll eine dieser Begleitpersonen werden, von ihm sollen die kleinen Lockerungen und Freiheiten abhängen, die der renitente Mitpatient Daniel genießen oder nicht genießen wird. Die Interessen Daniels und seines Umgangsbegleiters Horacio prallen hart aufeinander. Daniel will seine letzten Tage in Freiheit verleben und tut alles dafür, um das zu erreichen. Horacio wiederum möchte eines Tages in den Ring zurückkehren, dafür muss er mit der Einrichtung kollaborieren. Doch dieser Kampf außerhalb des Rings ist ein Kampf mit einem Gegner, auf den er nicht vorbereitet worden ist … 1993 wurde der aus gesundheitspolitischen Gründen angeordnete Zwangsaufenthalt für HIV-Infizierte in den dafür bestimmten Sanatorien beendet. Hauptdarsteller Yotuel Romero ist Ex-Mitglied der international bekannten kubanischen Hip-Hop-Gruppe „Los Orishas“. Der Film gewann Publikumspreise in Miami und Toulouse sowie den 2. Platz des „Premio de la Popularidad“ des Festivals in Havanna.

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La obra del siglo / The Project of the Century

Regie: Carlos E. Machado Quintela, Cuba/Argentinien/D 2015, 100 Min., HD, OmU
Mit: Mario Guerra, Mario Balmaseda, Leonardo Gascón

Samstag | 4. Juni | 20:30 h
In Anwesenheit des Hauptdarstellers Mario Guerra; Regisseur Carlos E. Machado Quintela ist angefragt

Sonntag | 5. Juni | 18:30 h
In Anwesenheit des Hauptdarstellers Mario Guerra; Regisseur Carlos E. Machado Quintela ist angefragt

Der Titel spielt an auf das nie fertiggestellte Atomkraftwerk von Juraguá, das in Cuba mit sowjetischer Hilfe entstehen sollte und sich später als Milliardengrab entpuppte. In der dazugehörigen, heute noch existierenden Arbeiterstadt mit dem heimeligen Namen „Ciudad Electro Nuclear“ leben im Film Großvater, Vater und Sohn unter einem Dach zusammen, mit Panoramablick auf die große Kuppel des toten Monstrums. Sie leben eher neben- oder gegen- als miteinander. Der fiese Opa kennt keine Schamgrenze und bringt seinen Sohn gerne in peinliche Situationen. La obra del siglo zitiert Sara Gómez’ Klassiker De cierta manera, verlässt ebenfalls gängige Erzählkonventionen und kontrastiert Wunsch und Wirklichkeit. Einerseits das Gestern einer heroischen „zukunftsbeherrschenden“ Moderne, dargestellt in Farbe mittels Archivmaterials des örtlichen Lokalsenders aus den 80er Jahren, andererseits die kleinen fiktionalen Episoden der Jetztzeit in Schwarzweiß: voller Humor, aber auch voller Trivialität, Niedertracht, Sehnsucht und Einsamkeit. Der Film wurde mit seinem ebenso kubanischen wie universellen Thema vom Festival Havanna mit einer „Mención especiál“ bedacht und gewann den Hauptpreis des Internationalen Festivals Rotterdam.



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Café amargo

Regie: Rigoberto Jiménez, Guión/Drehbuch: Arturo Arango, Xenia Rivery, Cuba 2014, 95 Min., HD, OmU
Mit: Adela Legra, Coralia Veloz , Oneida Hernández, Mirelys Echenique

Sonntag | 5. Juni | 20:30 h

Cuba in den 1950er Jahren, es ist die Zeit der Batista-Diktatur. Die Schwestern Lola, Gelacia, Pepa und Cira leben inmitten der Sierra Maestra alleine in einem Landhaus, das sie von ihren Eltern geerbt haben. Auch wenn es noch so schwer fällt: sie dulden keinen Mann in ihrem Haus. Das gelingt auch fast, bis ihnen ein Medizinstudent aus Havanna in die Arme fällt. Auf der Flucht vor einem Trupp Soldaten von Batista wollte er sich eigentlich den Rebellen in der Sierra anschließen. Aus purer Menschlichkeit verstecken ihn die Schwestern im Haus. Das wird deren Leben verändern, doch nicht deren Schicksal. Aus der Gegenwart heraus erzählt, ist dies auch die Geschichte über die Bäuerinnen jener Epoche, als sich das Leben der Frau auf die häusliche Arbeit beschränkte. Die Probleme in der Gesellschaft und der Argwohn ihnen gegenüber begannen erst, wenn sie versuchten, aus dieser Knechtschaft auszubrechen, sogar noch nach der Revolution. Café amargo geht auf den Dokumentarfilm Las cuatro hermanas zurück.


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Las cuatro hermanas

Regie: Rigoberto Jiménez, Cuba 1997, 15 Min., DVD, OmeU
Vorfilm zu „Café amargo“

Vier Schwestern erzählen, weshalb sie als junge Frauen beschlossen hatten, nicht zu heiraten. In einer fast klösterlichen Abgeschiedenheit meistern sie zu viert ihr Leben, gegen die machistisch geprägte Gesellschaft und deren alltägliche Erschwernisse, die ein Leben in abgelegenen Gegenden der Sierra Maestra mit sich bringt. Las cuatro hermanas wurde mit Unterstützung der Filmproduktion Televisión Serrana in der Sierra Maestra produziert.

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La cosa humana

Regie: Gerardo Chijona, Cuba, Peru 2015, 85 Min., HD, OmeU
Drehbuch: Francisco García González, Kamera: Raúl Pérez Ureta

Montag | 6. Juni | 18:30 h

Ein junger Verbrecher findet auf unerwartete Weise zu seiner wahren Berufung. Beim Einbruch in ein Haus eines berühmten Erzählers findet er zwischen den Dingen, die er gestohlen hat, ein literarisches Manuskript. Er schreibt es um, reicht es bei einem mit 5.000 Euro dotierten Wettbewerb ein und wird so zum Konkurrenten des ursprünglichen Verfassers. „Man kann die vollständige Realität eines Landes weder in einem Buch noch in einem Film erfassen. Aber in La cosa humana finden sich in gewisser Weise meine Sorgen bezüglich bestimmter Dinge, die ich im heutigen Cuba sehe […] Obgleich sich der Film in unserer Gesellschaft, in einer marginalen Welt, bewegt […] handelt es sich nicht um eine reale Welt, da die Grundlage der Handlung in der Literatur, nicht im Leben zu finden ist […]“ (Gerardo Chijona)



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Viva

Regie: Paddy Breathnach, Irland 2015, 98 min., HD, OmU
Mit: Héctor Medina, Jorge Perugorría, Luis Alberto García

Montag | 6. Juni | 20:30 h in Anwesenheit des Regisseurs Paddy Breathnach

Der 18-jährige Jesus, von Beruf Friseur, lebt mehr schlecht als recht von einigen älteren Kunden. Er fühlt sich angezogen von einer Drag Queen Bar in seinem Viertel und träumt davon, dort aufzutreten. Als er einen Lippenstift in der Wohnung einer Freundin findet, ist dies für ihn ein Zeichen, seinen Traum zu realisieren. Geschminkt bewirbt er sich in der Bar um eine Rolle als Partner eines gluckenhaften Akteurs. Unter dem Künstlernamen Viva erobert er die Bühne, wo er plötzlich von einem Unbekannten attackiert wird. Es stellt sich heraus, dass es sich bei dem Angreifer um seinen Vater Angel handelt, den er zuletzt vor 15 Jahren gesehen hat. Frisch aus dem Knast gekommen, zieht Angel zunächst mit Jesus zusammen. Gemeinsam müssen sie nun einen Weg der Annäherung und der Verständigung finden und Angel muss akzeptieren, dass Jesus weiter als Drag Queen auftreten wird …


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La emboscada

Regie: Alejandro Gil Álvarez, Cuba, 2014, 96 Min., HD, OmeU
Mit: Tomás Cao, Patricio Wood, Caleb Casas

Dienstag | 7. Juni | 18:30 h

Der erste kubanische „Antikriegsfilm“: in einem nicht genannten afrikanischen Land fern der Heimat gerät die Truppe in einen Hinterhalt. Der Feind wird nie gezeigt, man sieht aber die eigenen Leute wiederholt aus der Perspektive des Gegners, dessen Nachtsichtgerät keinen Zweifel daran lässt, dass die Protagonisten immer unter Beobachtung stehen. Die Truppe wird kräftig dezimiert, und die Übriggebliebenen – schließlich sind es nur noch drei – sind untereinander mal solidarisch, mal panisch und streitbar. Die Bedrohung durch den allwissenden Feind schweißt sie zusammen und spaltet sie zugleich. Alles Heldenhafte verschwindet angesichts der unsichtbaren Bedrohung, im Mittelpunkt steht das Trauma des Ausgeliefertseins. Der Film verwebt drei Zeitebenen: die von familiären und gesellschaftlichen Widersprüchen geprägten Szenen in der kubanischen Heimat kurz vor dem Einrücken; die Zeit des Krieges; und schließlich trifft viele Jahre später der Überlebende und dem Alkohol verfallene kriegstraumatisierte Rigo auf seinen aus den USA zurückgekehrten und im Irakkrieg ebenfalls traumatisierten Sohn. Die Zeitschrift „Cine Cubano“ sieht die Bedeutung des Films für Cuba in der „Entmonumentalisierung der Helden“.


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Caballos

Regie: Fabián Suárez, Cuba 2015, 95 Min., HDV, OmeU
Mit: Carlos A. Halley, Pablo Guevara, Linnet Hernandez, Milton García

Dienstag | 7. Juni | 20:30 h

Robi, ein junger Fotograf, ist hin-und-hergerissen zwischen zwei Liebschaften: Salomon, der an AIDS leidet, und Galaxia, einer geheimnisvollen Sängerin. Der Regisseur, unser Gewinner des 5. Preises Junger Cubanischer Film, präsentiert seinen ersten Langfilm. Indem er sich der s/w-Ästhetik bedient, stellt er Bezüge zur Biographie des britischen Fotografen Robert Mapplethorpe und dem Coverbild zu Patti Smiths Album „Horses“ her und erweitert die Bedeutung des Begriffs „Caballo“ im kubanischen Kontext.



épica

Épica

Regie: Eduardo del Llano, Cuba 2015, 25 Min., BluRay, OmeU
Mit: Luis Alberto García, Carlos Gonzalvo, Néstor Jiménez

Mittwoch | 8. Juni | 20:30 h
In Anwesenheit
von Eduardo del Llano

Donnerstag | 9. Juni | 18:30 h
In Anwesenheit
von Eduardo del Llano

Nicanor hat sich eine Zeitmaschine gekauft. Mit dieser will er zurück in die 1960er Jahre, auf der Suche nach der Dichtkunst (Épica) und der Romantik. Er landet im Jahr 1960, betritt dort eine Kneipe und beginnt ein Gespräch mit einem Unbekannten. Dieser ist ausgerechnet Virgilio Piñera (1912–1979), einer der kubanischen Schriftsteller, die am meisten unter den Repressalien durch den Kulturapparat während der so genannten Fünf Grauen Jahre (1970-1975), die mindestens zehn Jahre umfassten, zu leiden haben würden. Épica ist eine Gesellschaftssatire, die die Euphorie der 1960er Jahre mit einer ernüchternden Gegenwart kontrastiert. Der Kurzfilm reiht sich ein in die Nicanor O’Donnell-Serie, die del Llano 2004 mit Monte Rouge begann, wobei ihm die Idee schon viel früher kam. „Irgendwann 1986 oder ‘87 entstand mein literarisches Alter Ego, die Figur Nicanor O’Donnell“, schreibt er in seinem Blog. 11 Filme habe er seitdem „mit ihm“ gedreht.

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Arte

Regie: Eduardo del Llano, Cuba, 2015, 24 Min., HD, OmeU
mit: Luis Alberto Garcia, Néstor Jiménez, Yoelvis Lobaina

Mittwoch | 8. Juni | 20:30 h

Donnerstag | 9. Juni | 18:30 h

Arte ist der elfte und jüngste Kurzfilm um Nicanor, dem Alter Ego von Eduardo del Llano. Diesmal tritt Nicanor als Künstler auf und gibt seine Werke in die Obhut von Rodríguez und seinem Genossen Bolaños. Diese beiden mischen sich unter die Gäste der Galerie, um sich die Ausstellung anzusehen und gleichzeitig mit der Absicht, sich über die dortige offene WiFi-Verbindung einen Zugang zum Internet zu verschaffen. Es gibt eine peinliche Verwechslung. Nicanor versucht, mit seinen Kunstwerken zu überleben … Der Kurzfilm Arte wurde an zwei Tagen in der Galerie Servando Cabrera in Havanna gefilmt und zeigt den Mangel an Kommunikation zwischen der Öffentlichkeit, dem Künstler und der Staatsmacht. „Die Beziehungen zwischen Künstler und Staatsmacht sind immer angespannt und resultieren manchmal in zwei verschieden en Sprachen. Welche Meinung hat die Öffentlichkeit zu dem, was Kunst ist, und wie soll man an die Öffentlichkeit gehen?“, fragt sich der Filmemacher.

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Cuba libre

Regie: Jorge Luis Sánchez, Cuba 2015, 120 Min., HD, OmeU
Mit: Jo Adrian Haavind, Isabel Santos Cuba

Freitag | 10. Juni | 20:30 h

Samstag | 11. Juni | 18:30 h

1898. Die beiden Jungen Samuel und Simon erleben das siegreiche Ende des kubanischen Unabhängigkeitskriegs gegen die Spanier, die sich aus Cuba zurückziehen. Aber ist die Unabhängigkeit wirklich errungen? Das nordamerikanische Heer, das mit den Kubanern verbündet war führt sich mehr und mehr als Besatzungsarmee auf … Der kubanische Regisseur Jorge Luis Sánchez González hat diesen wichtigen Wendepunkt in der Geschichte Cubas in seinem Film Cuba libre verarbeitet und zeigt die zeitgeschichtliche Entwicklung aus der Sicht der beiden Heranwachsenden Samuel und Simon. Sánchez kommt aus der „Kinoclub“ Bewegung Cubas und arbeitet seit 1981 für das staatliche Filminstitut ICAIC. Begonnen hatte er seine Karriere als Kamera- und Regieassistent. „Cuba im Film“ zeigte bereits 2007 seinen ersten langen Spielfilm El Benny über den kubanischen Musiker Benny Moré.

Dokumentarfilme

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El tren de la línea norte

Regie: Marcelo Martín, Cuba 2014, 80 Min., HD, OmeU

Mittwoch | 8. Juni | 18:30 h

Der Wendepunkt der jüngeren kubanischen Geschichte war die so genannte Sonderperiode, die período especial der 90er Jahre, unter der Struktur und Kultur massiv zu leiden hatten. Der Filmemacher kehrt in seinem Dokumentarfilm El tren de la línea norte mit dem gleichnamigen Zug in den Ort Falla im Norden der Provinz Ciego de Ávila zurück, wo er Phasen seiner Kindheit verbracht hat. Er erinnert sich an ein pralles Leben in dem 6.000-Seelen-Ort: Kulturhaus, Kinos, Musik- und Tanzgruppen und sogar ein Hotel. Nichts ist davon übrig geblieben, die Sonderperiode verurteilte den Ort zur Agonie, die sich bis zum heutigen Tag hinzieht. Zur sozialen Ausdifferenzierung der kubanischen Gesellschaft, die mit der período especial begann, gesellte sich die regionale Differenzierung von Gewinnern, das heißt Ortschaften wie Trinidad, Las Terrazas oder Viñales und Verlierern wie Falla. Die Hochtourismuszone von Cayo Coco ist gar nicht so fern, doch davon spürt man in der Melancholie des Ortes mit seinen angegriffenen Holzhäusern nichts. Der Ort steht stellvertretend für alle „vergessenen“ Regionen und sozialen Gruppen und El tren de la línea norte stieß daher beim letzten Festival des Neuen Lateinamerikanischen Films in Havanna auf große Aufmerksamkeit. Der im Dezember 2014 verstorbene bekannte Liedermacher Santiago Feliú zeichnet neben dem Jazzpianisten Harold Lopez-Nussa für die Musik verantwortlich.

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Código color, memorias

Regie: William Sabourin O’Reilly, Cuba/USA 2015, 28 Min, OmU

Freitag | 3. Juni | 18:30 Uhr

Zusammen mit „Mariela Castro’s March“ Der Dokumentarfilm nimmt die komplexen Vorurteile zwischen Schwarz und Weiß in Santiago de Cuba vor der Revolution in den Blick. Anhand von Erinnerungen und Anekdoten sowie spannenden Archivfilmen werden wir in die Zeit der 50iger Jahre bis hin zur Revolution zurückversetzt. Mit seiner Bildsprache und einem frischen Stil versucht O’Reilly sich dem Thema anzunähern, indem er sich am Konzept der Farbe entlangtastet. Durch paradoxe, dramatische und oft herzzerreißende Erinnerungen, gemischt mit der physikalischen Theorie des Lichtes und dem Konzept der Farbe in Kunst und im Alltag wird der Betrachter damit konfrontiert, welche Effekt und Folgen die Farbe auf uns Menschen hat. Wie entwickelte sich Zusammenleben und Begegnung von Menschen unterschiedlicher Hautfarbe in unserer Gesellschaft? In Zeiten des Umbruchs, der Veränderung und der verschwimmenden Grenzen zeigt uns Código color, memorias auf einzigartige Art und Weise die Vergangenheit und lädt uns ein, unsere Denkweise in Hinsicht auf die Hautfarbe zu analysieren.


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Mariela Castro’s March: Cuba’s LGTB Revolution

Regie: Jon Alpert, USA 2015, 40 Min., HD, OmeU

Freitag | 3. Juni | 18:30 Uhr
in Zusammenarbeit mit Kinothek Asta Nielsen

Mariela Castro, Tochter des kubanischen Präsidenten Raúl Castro, ist Abgeordnete der Asamblea Nacional del Poder Popular und Direktorin des Centro Nacional de Educación Sexual CENESEX (Nationales Zentrum für sexuelle Aufklärung), dessen Leitung sie 1990 als Nachfolgerin der deutschen Gründungsdirektorin Monika Krause (Gast bei Cuba im Film 2009 mit La reina del condón) übernahm. In dieser Funktion setzt sie sich für eine effektive Prävention gegen AIDS sowie für die Akzeptanz von Homosexualität, Bisexualität, Transvestitismus und Transgender ein. Im Jahre 2005 rief sie ein Projekt mit dem Ziel ins Leben, geschlechtsangleichende Operationen sowie eine rechtliche Änderung des Geschlechts zu erlauben. Im Juni 2008 beschloss das kubanische Parlament ein entsprechendes Gesetz. Eine Initiative zur rechtlichen Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften war dagegen bisher noch nicht erfolgreich. Der Film dokumentiert Mariela Castros Rolle als Frontfrau der LGBT Bewegung.



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Ellos somos nosotros

Regie: Emma Christopher, Sergio Leyva Seiglie; Cuba, Sierra Leone, Australien 2014, 78 Min., HD, OmeU

Freitag | 10. Juni | 18:30 h

Kann eine Familie, die durch den transatlantischen Sklavenhandel getrennt wurde, gemeinsam singend ihr Wiedersehen feiern? In Perico, in der Provinz Matanzas, erhält eine Gruppe Afrokubaner die Gesänge und Tänze am Leben, die ihre Vorfahren mitgebracht hatten. Sie bewahrten sie trotz Sklaverei, Armut und Unterdrückung. Jahrelang forschte die Regisseurin nach dem Ursprung dieser Gruppe. Als Dorfbewohner in Sierra Leone die Mitschnitte der Lieder und Tänze der Kubaner hörten und sahen, riefen sie mit großer Freude aus „Sie sind wir!“ und stimmten in deren Lieder ein. Ihre Nachfahren waren heimgekehrt.

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Sin límites

Regie: Sanne Derks, Balazs Rottek, Alexandra Von Schelling, Cuba 2014, 16 Min., HD, OmeU
Vorfilm zu „Fresa y chocolate“

Dieses poetische Porträt von Pachi, einem extravaganten Mann in seinen Fünfzigern, der mit der Sehnsucht nach seinem Freund kämpft, ist eine Hommage an Fresa y chocolate. Der Titel verweist auf Pachis Maxime sein Leben zu führ en, indem er Klischees rund um Homosexualität in der kubanischen Gesellschaft in Frage stellt.


Klassiker

Fresa y chocolate / Erdbeer und Schokolade

Regie: T.G. Alea & J.C. Tabío, Cuba/ Mexico/Spanien 1993, 108 Min., 35mm, OmU
Mit: Jorge Perugorría, Vladimir Cruz

Samstag | 11. Juni | 20:30 h

Der ideologiefeste Soziologiestudent David und der nonkonformistische Künstler Diego treffen in Havannas berühmter Eisdiele „Coppelia“ aufeinander; eine Unterhaltung entspinnt sich. Diego ergreift die Initiative und lädt David in seine Wohnung ein. Dieser merkt die Absicht und ist verstimmt: Mit einer „Schwuchtel“ will er nichts zu tun haben. Von einem Studienkollegen ermuntert, besucht er Diego schließlich doch, um ihn zu „observieren“. Doch der politische Auftrag scheitert, als sich beide nach und nach anfreunden. David merkt, dass er nun so manches anders sieht; Diego macht Pläne. Die Situation wird immer komplizierter …



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La muerte de un burócrata / Tod eines Bürokraten

Regie: Tomás Gutiérrez Alea, Cuba 1966, 85 Min., 35mm, OmU
Mit: Salvador Wood, Manuel Estanill

Samstag | 4. Juni | 18:30 h

Paco, ein proletarischer Bildhauer, fällt in das Räderwerk einer selbst erfundenen Maschine, deren einzige Aufgabe es ist, pathetische Gedenkbüsten zu produzieren. Nach seinem Tod ehren ihn die Genossen damit, dass sie ihm sein Arbeitsbuch mit ins Grab legen. Doch ohne dieses Buch kann die Witwe keinen Rentenantrag stellen. Und eine Exhumierung ist nur nach zweijähriger Wartefrist möglich. So entschließt sich Pacos Neffe, den Onkel heimlich auszugraben. Doch um ihn erneut unter die Erde zu bringen, braucht die Familie einen ordnungsgemäßen Exhumierungsbescheid. Was bleibt da anderes übrig, als den damit befassten Bürokraten selbst umzubringen: Von Alpträumen geplagt, erwürgt der Neffe seinen Peiniger und landet im Irrenhaus, während der Bürokrat in einem monströsen Trauerzug zur letzten Ruhestätte geleitet wird.



kurzfilm ALFA von Javier Ferreiro
Kurzfilme kubanischer Hochschulen und der Muestra Joven ICAIC
80 Min., HD, OmeU
In Anwesenheit des Preisträgers Emanuel Giraldo Betancur

DONNERSTAG 9. Juni, 20 h (!)

Die Auswahl bietet einen Überblick über Themen und Techniken, denen sich junge Filmschaffende widmen.